Michael Hacker

Michael Hacker IllustrationMichael Hacker (Signierstunde: Sonntag 14-16 Uhr, PICTOPIA-Stand) studierte Grafik und Werbung in Wien und in Oslo. Bekannt wurde er u.a. durch seine Gig-Poster für Queens of the Stone Age, Deichkind, Sonic Youth und andere. Seit 2015 verleiht er den BeerLovers ein eigenes Design. 

Dank Michael Hacker versammeln sich auf der Plattform der heimischen und internationalen Craft Bier Szene ein Haufen „wahnsinniger Kreaturen“ in illustrierter Form, um die unterschiedlichen Typen von Biertrinkern und die Vielfalt von Craft Bier zu würdigen. Anlässlich der Vienna COMIX 2017 hat ihn Marion Ziegelwanger für das Programmheft interviewt.

 

Vienna COMIX / MZ: Wann und wo hast du das Zeichnen und Illustrieren für dich entdeckt?

Michael Hacker: Ich war schon im Kindergartenalter von Comics fasziniert und habe höchstwahrscheinlich auch deswegen angefangen zu zeichnen. Bis heute lässt mich das Medium Comic nicht los und fasziniert mich nach wie vor. Obwohl ich vorwiegend Illustrator bin, versuche ich, in meinen Arbeiten immer auch narrative Elemente unterzubringen, was definitiv auf meine Vorliebe für Comics zurückzuführen ist.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Bands wie Queens of the Stone Age, Green Day, Deichkind oder Sonic Youth?

Michael Hacker: Durch die Lektüre des Buches Art of Modern Rock kam ich zum ersten Mal mit sogenannten Gig-Postern in Berührung. Das sind in der Regel siebgedruckte Konzertplakate, die für ein bestimmtes Konzert in limitierter Auflage erscheinen. Immer in Absprache mit der jeweiligen Band. Zusammen mit meinen Freunden von der Atzgerei haben wir uns eine Siebdruckwerkstätte in Wien Atzgersdorf eingerichtet und angefangen Bands, deren Musik uns gefiel und die in Wien auftraten, anzuschreiben. So entstand 2007 mein erstes Gigposter für The Melvins. Im Laufe der letzten zehn Jahre hatte ich das Glück mit einigen meiner absoluten Lieblingsbands wie zB. Kvelertak, High On Fire, Black Cobra oder Mastodon zusammenzuarbeiten.

Arbeitest du für die Bands nach Vorgaben – oder hast du völlig freie Hand?

Michael Hacker: Da ein Gigposter für ein einzelnes Konzert gedacht ist, nehme ich mir die Freiheit heraus, die Musik einer Band in meinem Stil zu interpretieren ohne nachzudenken, ob das jetzt zu deren Image passt. Sobald ich aber ein T-Shirt oder ein Plattencover gestalte, berücksichtige ich selbstverständlich die Vorgaben und Wünsche der Band.

Liegt für dich der Reiz eher in renommierten Auftragsarbeiten oder in der Arbeit an eigenständigen künstlerischen Projekten?

Michael Hacker: Ich schätze beides und möchte diese Abwechslung zwischen Auftragsarbeiten und eigenen Projekten langfristig beibehalten. Durch die Zusammenarbeit mit Kunden entstehen oft tolle Projekte, die ich alleine nicht umsetzen hätte können. Auf der anderen Seite verspüre ich nach mehreren Auftragsarbeiten auch immer den Wunsch, wieder an einem eigenen Projekt zu arbeiten.

Was machte es für dich reizvoll, das Design für BeerLovers zu gestalten?

Michael Hacker: Es ist eine Herausforderung, regelmäßig neue Ideen für BeerLovers zu finden. Aber dadurch, dass ich die unterschiedlichsten Dinge wie z.B. Bierdeckel, T-Shirts, Wandmalereien oder auch einen ganzen LKW gestalten kann, bleibt es immer spannend. Zudem schätze ich es sehr, dass mir BeerLovers viel Freiheit lässt und ich meinen humorvollen Zugang zur Illustration umsetzen kann.

Auf welches deiner Projekte blickst du mit großem Stolz zurück?

Michael Hacker: Meine Brainwashing Machine. Eine Installation, die ich für „Die Letzte Weltausstellung/Arche 2012“ angefertigt habe.

Die 60 einzigartigen Illustrationen rund um die italienische Küche vereint im Werk „Pizzeria Disgusto“ erscheint Ende September. Wo holst du dir (neue) Ideen für deine Illustrationen?

Michael Hacker: Neue Ideen können auf unterschiedlichste Weise entstehen. Manchmal ist es ganz einfach: Ich wache in der Früh schon mit einer Idee auf. Oder ich komme auf Ideen, wenn ich eine Alltagsszene beobachte oder ein Gespräch belausche. Manchmal hingegen ist es einfach Arbeit. Wie es z.B. bei Aufträgen mit einem fixen Abgabetermin oft der Fall ist. Ich setze mich konzentriert hin und fange an, unterschiedliche Konzepte zu überlegen, Skizzen anzufertigen und dann an einer Idee zu feilen. Bei meinem neuen Buch Pizzeria Disgusto war es eine Kombination davon.

Die ersten paar Ideen entstanden einerseits beim Herumblödeln mit italienischen Freunden und anderseits beim Herumkritzeln in meinem Skizzenbuch. Also ohne wirklichen Aufwand. Doch dann habe ich mich einige Wochen sehr intensiv mit Pizza, Pasta und Co beschäftigt und über hundert Wortspiele ausgedacht. Manche Ideen sind gleich ausgeschieden, da sie sich nicht wirklich in ein Bild umsetzen ließen. Und einige davon habe ich dann bei der Umsetzung noch stark verändert und überarbeitet. Obwohl ich ca. eineinhalb Jahre an Pizzeria Disgusto gearbeitet habe, bin mir sicher, dass mir irgendwann wieder ein Wortspiel einfällt, das ich unbedingt im Buch hätte haben wollen…

Wordrap!
Cider oder Craftbier?
Cider UND Craftbier

Wenn kein Bier im Haus ist, …
geh’ ich raus.

Wenn ich ein Death Metal Musiker wäre, …
würde ich viel lieber Trash Metal machen.

Konzertplakate oder Bierdeckel?
Konzertplakate

Die Vienna COMIX wird…
molto grandioso

(Interview Michael Hacker von Marion Ziegelwanger / Vienna COMIX, 2017)